Glasfasernetz

Die Stadtwerke Konstanz werden bis 2011 im Industriegebiet Unterlohn in Konstanz ein modernes Glasfaserzugangsnetz aufbauen. Bei erfolgreichem Verlauf dieses Pilotprojektes wird die gesamte Stadt Konstanz schrittweise in den nächsten acht bis zwölf Jahren ein solches Hochgeschwindigkeitsnetz erhalten.

Die Stadtwerke werden ein so genanntes „Open-Access“-Netz errichten. Dadurch wird eine Mehrfachnutzung des Netzes über vermietete Bandbreite möglich. 

Hier finden Sie Fragen und Antworten rund das Glasfaserzugangsnetz der Stadtwerke Konstanz.

Fragen und Antworten

Was ist FTTH / FFTB?

Die Abkürzungen kommen aus dem Englischen und stehen für Fibre to the home bzw. Fibre to the building oder auf deutsch Glasfaser bis in die Wohnung bzw. Glasfaser bis ins Haus.

Was haben die Stadtwerke genau vor?

Die Stadtwerke planen in den kommenden 10-12 Jahren in der gesamten Stadt Konstanz ein Glasfasernetz aufzubauen, an welches nach Möglichkeit alle Häuser angeschlossen werden, sofern die Eigentümer dies wünschen. Über dieses Netz können dann so genannte Provider ihre Dienste wie Telefonie, Internet oder Fernsehen für die Endkunden anbieten. Selbstverständlich sind auch weitere Dienste denkbar und möglich. Dieser Markt ist jedoch noch in den Anfängen und wird sich erst in den kommenden Jahren entwickeln.

Welchen Vorteil bringt mir die Glasfasertechnik?

Hohe Übertragungsraten (schnelle Internetanbindungen) sind über Kupferleitungen nur auf kurzen Strecken möglich. Je weiter ein Kunde von der nächsten Einspeisung des Internetsignals entfernt ist, desto geringer wird die maximal mögliche „Übertragungsgeschwindigkeit“. Bei Funklösungen teilen sich alle Teilnehmer die zur Verfügung stehende Übertragungskapazität, d.h. je mehr Teilnehmer, desto langsamer wird das Internet. Diese Einschränkungen gelten für Glas nicht. In den herkömmlichen Varianten über Kupfer unterscheiden sich zudem die so genannten Upload- und Download- Geschwindigkeiten. Mit Upload wird das Senden der Daten ins Internet, mit Download das Herunterladen von Daten aus dem Internet bezeichnet. In den bisherigen Kupfernetzen unterscheiden sich die Geschwindigkeiten für Upload und Download deutlich. Downloadgeschwindigkeiten sind immer höher als Uploadgeschwindigkeiten. Über Glasfasern sind diese Geschwindigkeiten identisch, so dass man hier von einem symmetrischen Verhalten spricht.

Brauche ich diese hohen Übertragungsraten wirklich?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Jedoch wird das Thema Datentransport immer weiter an Bedeutung gewinnen. Anwendungen wie HDTV (Hochauflösendes Fernsehen) benötigen bereits heute große Datenmengen. Das gleiche gilt in zunehmendem Maße auch für andere Anwendungen. Ähnlich der Entwicklung bei der Speicherkapazität der Festplatten wird auch hier eine wachsende Anforderung an die Datenübertragungsraten durch Anwendungen gestellt werden. Durch moderne Arbeitsmethoden wie z.B. Videokonferenzen oder Heimarbeitsplätze kann nicht nur die Umwelt durch vermiedene Reisen entlastet werden, sondern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch effektiver umgesetzt werden..

Warum sind die Stadtwerke hier aktiv und nicht die Telekom?

Für die Entwicklung des Standortes Konstanz wird mit entscheidend sein, ob eine entsprechende Infrastruktur für die Datenübertragung zur Verfügung steht. Viele Industriebetriebe benötigen eine entsprechend gute Infrastruktur. Daher ist es maßgeblich für einen Wirtschaftsstandort, dass er auch in diesem Bereich attraktiv ist, damit sich neue Firmen hier ansiedeln. Gleichzeitig wird eine sehr gute datentechnische Anbindung zunehmend auch als Lebensqualität verstanden. Standorte ohne diese Versorgung werden im Wettbewerb mit anderen Standorten, die über diese Netze verfügen unterliegen. Die Deutsche Telekom als angestammter Telekommunikationsnetzbetreiber verfügt nicht über entsprechende Mittel, deutschlandweit eine solche Infrastruktur innerhalb der kommenden 10 Jahre aufzubauen. Ausbauplanungen werden sich aus wirtschaftlichen Gründen daher zunächst auf Ballungsräume konzentrieren, so dass kleinere Städte wie Konstanz eher später erschlossen werden und daher an Attraktivität als Wirtschaftsstandort verlieren. Wir sehen daher die Chance durch diese Erschließung eine zusätzliches Geschäftsfeld für die Stadtwerke Konstanz zu schaffen und einen wirtschaftlichen Vorteil für den Standtort Konstanz zu erreichen.

Was bedeutet Open-Access?

Open-Acces (offener Zugang) bedeutet, dass unterschiedliche Provider das Netz für ihre Dienstleistung gleichzeitig nutzen können – ähnlich einer Autobahn, die durch verschiedene Speditionen genutzt werden kann. Das Netz wird also allen Interessenten zu gleichen Konditionen durch die Stadtwerke zur Verfügung gestellt. Der Endkunde kann dann frei wählen, wer ihm welche Dienstleistung erbringt. So kann z.B. das Telefon über Anbieter A, das Internet über Anbieter B oder andere Leistungen wie z.B. Fernsehen etc. über Anbieter C bezogen werden. Dies setzt jedoch voraus, dass der entsprechende Anbieter zuvor einen Vertrag mit den Stadtwerken über die Nutzung der Netze geschlossen hat (ähnlich der Entrichtung einer Maut im Straßenverkehr).

Zwischen welchen Providern kann ich später wählen?

Hierzu kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden, da diese Verhandlungen erst noch geführt werden müssen. Diese Art des Netzbetriebes ist in Deutschland noch relativ neu, so dass sich auch hier erst eine Markt entwickeln muss. Wir werden jedoch versuchen, ein entsprechend breites Spektrum an Providern für unsere Kunden zu gewinnen. Da die Technik in Deutschland noch in den Anfängen steckt, wird dies noch einige Zeit dauern. Erst mit mit zunehmender Marktdurchdringung der Glasfasernetze wird dies für die Provider immer attraktiver werden.

Wird der bisherige Telefonanschluss dadurch ersetzt?

Nein. Nach wie vor können Sie Ihre Dienstleistung wie Telefon oder Internet auch über die Deutsche Telekom beziehen. Der Glasfaseranschluss stellt eine zusätzliche Option mit weiteren Leistungsmerkmalen dar.

Wie kann ich mich vorbereiten, wenn ich gerade bauen oder sanieren will?

Um später das volle Spektrum der Möglichkeiten auszuschöpfen ist es sinnvoll, bereits heute für die Hausinstallation Leerrohre vorzusehen. Überall dort, wo heute ein Antennenkabel oder eine Telefonleitung verlegt wird, sollten diese Leitungen in Rohren verlegt werden. Diese Leitungen sollten zudem nach Möglichkeit sternförmig von einem Ort aus verlegt werden, der in der Nähe des Hausanschlusses oder des Sicherungskastens sitzt. Gerade die Hersteller von Hausverteilungen (Sicherungskästen) stellen heute bereits entsprechende Produkte zur Verfügung.

Die Stadtwerke Konstanz sind derzeit dabei eine entsprechende Planungshilfe zusammenzustellen, die Ihnen weitere Informationen zur zukunftsfähigen Installation in Gebäuden liefert. Sobald diese vorliegt, werden wir Ihnen die Broschüre auf der Internetplattform zur Verfügung stellen.

Wann kommt der Ausbau in meiner Strasse?

Zunächst wird in den Jahren 2010 und 2011 das Gebiet Unterlohn erschlossen. Die Entscheidung, welche Gebiete im Anschluss daran folgen, hat sich die Stadt Konstanz vorbehalten, so dass es noch keinen vollständigen Zeitplan für die einzelnen Stadtteile gibt.

Was muss ich innerhalb des Hauses tun?

Zunächst endet der Glasfaseranschluss in Ihrem Keller am Hausanschlusspunkt. Von dort aus wird entweder auf das bisherige Kupferkabel, was in der Regel jedoch eine Begrenzung der Übertragungsgeschwindigkeit bedeutet, oder auf die hausinterne Lichtwellenleiterverkabelung eingespeist. Hier könne Sie selbst entscheiden, ob sich eine solche Anbindung für Sie lohnt bzw. ob Sie die bestehenden Kupferleitungen später ersetzen wollen.

Entstehen für mich Kosten?

Ja. Sofern Sie einen solchen Anschluss an das Glasfasernetz wünschen, werden wir Ihnen einen Teil der Herstellungskosten für den Hausanschluss in Rechnung stellen. Wie hoch die Beträge sein werden ist aber derzeit noch nicht klar und wird jetzt im Laufe der Feinplanung für das Pilotprojekt erarbeitet. Angestrebt wird ein Fixkostenbeitrag, der sich an der Zahl der angeschlossenen Wohneinheiten orientiert und nicht abhängig ist von der Länge des Hausanschlusses. Die Kosten für einen solchen Anschluss führen aber auch zu einer Wertsteigerung der Immobilie, so dass hier auch sofort ein direkter Nutzen für den Hauseigentümer gegenübersteht. Die Kosten für die Änderung oder Erneuerung der Hausinstallation sind von Ihnen selbst zu tragen (Siehe Frage „Was muss ich innerhalb des Hauses tun?“).

Derzeit finden in meiner Straße Tiefbauarbeiten statt, wird dann später nochmals aufgegraben?

Nein. Dort wo heute Tiefbauarbeiten der Stadtwerke Konstanz stattfinden, werden wir bereits entsprechende Leerrohre mitverlegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass dann auch sofort der Glasfaseranschluss hergestellt wird. Dieser eigentliche Anschluss ans Netz kann erst erfolgen, wenn die Infrastruktur für das Gebiet selbst errichtet ist und kann noch längere Zeit dauern. Kosten für den Anschluss entstehen jedoch nur, wenn er auch aktiv genutzt werden kann.

Muss ich den Anschluss machen lassen?

Nein. Nur wenn Sie zuvor eine sogenannte Grundstückseigentümererklärung unterzeichen, werden wir einen Anschluss herstellen. Durch diese Grundstückseigentümererklärung erteilen Sie den Stadtwerken erst die Genehmigung entsprechende Leitungen auf Ihrem Gelände zu verlegen und zu betreiben.

Muss auch auf meinem Grundstück gegraben werden?

Ja. Da die Stadtwerke Konstanz jedoch seit Jahrzehnten die Versorgungsleitungen auf Privatgrundstücken in Rohren verlegen, werden sich diese Tiefbauarbeiten in den meisten Fällen eher als punktuelle Aufgrabungen beschränken, wobei dies jedoch im Einzelfall geprüft werden muss. Auskünfte hierzu erhalten Sie durch die zuständigen Netzmeister im Rahmen der Erschließungsarbeiten.

Aktuelles

Nutzen Sie das neue Kundenportal der Stadtwerke Konstanz

Prima Service